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Save food, save others

Ein persönlicher Einblick von MUNDGERECHT-Redakteurin Lisa Ewersbach

Die Gurke ist zu krumm, die Banane fleckig, das Brot zu trocken. Wir leben in einer Konsumgesellschaft und Lebensmittelverschwendung ist ein viel diskutiertes als auch aktuelles Thema. Deutschlandweit werden jährlich rund 20 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, pro Kopf also rund 80 bis 100 kg, wie verschiedene Studien ermittelt haben. Die Verbraucher produzieren diesen Müll und in ihrer Hand liegt es wortwörtlich, diesen zu vermeiden.

Die Liste, warum wir Essen wegwerfen, ist lang. Nicht mehr ansehnlich, Reste, vergessen zu verwenden, kurz vor einer Reise, kein Bock mehr drauf, Mindesthaltbarkeitsdatum und so weiter. Vor allem aber das Mindesthaltbarkeitsdatum, sollte mittlerweile jedem klar sein, muss nicht penibel eingehalten werden, wenn es sich nicht um Fisch oder allgemein leicht verderbliche Ware handelt. Das aufgedruckte Datum gewährleistet lediglich, dass ein Produkt bis zu diesem Zeitpunkt seinen allumfassenden Geschmack behält und bietet eine Art Rückversicherung der Hersteller, um Klagen vorzubeugen. Verwenden statt verschwenden, sollte sich jeder sagen, bevor er vielleicht bares Geld in die Tonne kloppt. Denn 

Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, immer etwas zu Essen dabei zu haben, was ich, wenn sich die Gelegenheit bietet - und das tut sie sehr oft in Berlin, vor allem wenn man mit den Öffentlichen unterwegs ist - verschenken kann. An Obdachlose: unter den Brücken, in den U-Bahnhöfen, die Motzstraßenverkäufer in S- und U-Bahn, die Frauen mit ihren Kindern auf dem Arm am Kudamm oder in der Bismarckstraße. Vor allem bei Letzterem, ist es sinnvoller Essen statt Geld zu geben, da die Bettelmafia hier bekannterweise großzügig abzieht, während diejenigen, denen man helfen möchte, auf der Strecke bleiben. Essen können sie sofort für sich selbst verwenden.

Anfangs war ich noch etwas unsicher, ob jemand mein Angebot überhaupt annehmen wird. Werde ich blöd angeguckt oder wird es abgelehnt? Entgegen meiner anfänglichen Befürchtung, bin ich bis dato hauptsächlich, sehr dankbaren Menschen begegnet, die, wie ich anhand ihrer vorerst überraschten Reaktion vermute, nicht allzu oft Essen statt Geld in die Hand gedrückt bekommen. Sehr oft ist aber ein:“Och Mensch, dit is aber wirklich lieb.“ dabei.

Ich schmiere Brötchen oder Brote mit Käse, Wurst, allem was ich zu viel im Kühlschrank habe und nicht mehr schaffen würde zu verwerten, bündle vereinzelte Süßigkeiten in einem größeren Tütchen oder nehme Babybel, Nutella und Joghurts mit. Es ist zwar nicht viel, aber etwas, was jeder selbst und sofort gebrauchen kann.

Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, nachhaltig mit seinen Lebensmitteln umzugehen. Aber in einer Konsum- und Wegwerfgesellschaft, für die Lebensmittel immer und überall verfügbar sind, scheint es, dass man den Bezug zu dem Wert seiner Lebensmitteln verliert.

Von sieben Milliarden Menschen auf der Welt hungern täglich eine Milliarde. Mit der gesamten Lebensmittelproduktion könnten mehrere Milliarden Menschen satt gemacht werden. Der erste Schritt passiert bei einem selbst.

Die Freude der anderen lohnt sich.

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